Agaffin DrageesAgaffin Dragees

Hersteller: Merck

Anwendungsgebiet: Präparate für den Verdauungstrakt

Zur vorübergehenden Behebung einer Verstopfung, insbesondere bei längerer Bettlägrigkeit, Kostwechsel, Reisen und Ortswechsel. Verstopfung (Obstipation) bei schweren Allgemeinerkrankungen, bei Fieber, Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten. Zur Erleichterung der Stuhlentleerung wie z. B. bei Hämorrhoiden, Analfissuren oder wenn eine Bauchpresse vermieden werden soll. Zur Darmentleerung vor Röntgenaufnahmen im Magen-Darm-Bereich, sowie zur Laxierung vor und nach Operationen (mit Ausnahme abdomineller Eingriffe) und in der Geburtshilfe und Gynäkologie.

Gebrauchsinformation

agaffin-Dragees

Wirkstoff: Natriumpicosulfat

Z.Nr.: 17.614

Zulassungsinhaber: Merck, Wien

Hersteller: Merck, Spittal

Zusammensetzung: 1 Dragee enthält 5 mg Natriumpicosulfat (als Dihydrat), 29,053 mg Saccharose.

Hilfsstoffe: Maisstärke, Milchzucker, Copolyvidon, Talk, Magnesiumstearat, Polyvidon, Methylcellulose, Siliciumdioxid, Titandioxid, Glycerin, Calciumcarbonat, weißer Ton, Montanglycolwachs.

Eigenschaften und Wirksamkeit:
Agaffin ist ein gut verträgliches Abführmittel (Kontaktlaxans) mit verläßlicher Wirkung. Es regt in direktem Kontakt mit der Dickdarmschleimhaut die Peristaltik an und fördert so die Darmentleerung.

Anwendungsgebiete:
Zur vorübergehenden Behebung einer Verstopfung, insbesondere bei längerer Bettlägrigkeit, Kostwechsel, Reisen und Ortswechsel. Verstopfung (Obstipation) bei schweren Allgemeinerkrankungen, bei Fieber, Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten. Zur Erleichterung der Stuhlentleerung wie z. B. bei Hämorrhoiden, Analfissuren oder wenn eine Bauchpresse vermieden werden soll. Zur Darmentleerung vor Röntgenaufnahmen im Magen-Darm-Bereich, sowie zur Laxierung vor und nach Operationen (mit Ausnahme abdomineller Eingriffe) und in der Geburtshilfe und Gynäkologie.

Art der Anwendung und Dosierung:
Falls nicht anders verordnet, Dosierung genau einhalten.
Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren nehmen täglich 1 Dragee mit Flüssigkeit ein. In Ausnahmefällen kann die Dosis auf 2 Dragees erhöht werden. Agaffin sollte vor dem Schlafengehen eingenommen werden, da die abführende Wirkung nach durchschnittlich 6 bis 10 Stunden eintritt. Eine längere Anwendung sollte vermieden werden. Die Notwendigkeit einer fortgesetzten Anwendung ist nach einer Woche zu überprüfen, wobei der Arzt im Einzelfall die erforderliche Anwendungsdauer bestimmt.

Gegenanzeigen:
Nicht anwenden bei Darmverschluß (Ileus), akut entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Bauchschmerzen unbekannter Ursache. Für  Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren nicht geeignet.

Schwangerschaft und Stillperiode:
Nicht in den ersten 3 Monaten einer Schwangerschaft einnehmen. In der übrigen Zeit der Schwangerschaft und während des Stillens nur auf ausdrückliche ärztliche Anordnung anwenden.

Nebenwirkungen:
Nebenwirkungen sind bei kurzfristiger Einnahme selten.
Durchfallartige, wäßrige Stühle können zu Flüssigkeitsverlusten führen. Diese unerwünschte Wirkung läßt sich durch Reduktion der Dosis beheben. Bei längerdauernder oder hochdosierter Anwendung kommt es häufig zum Verlust von Kalium und anderen Elektrolyten. Dies kann zu Störungen der Herzfunktion und zu Muskelschwäche führen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) und Nebennierenrindenhormonen.

Wechselwirkungen:
Die Wirkung von Herzglykosiden kann bei einem eventuellen Kaliummangel verstärkt werden. Gleichzeitige Anwendung von harntreibenden Mitteln (Diuretika) oder Nebennierenrindenhormonen (Glucocortikoiden) kann zu verstärktem Kaliummangel führen. Die Behandlung mit Antibiotika kann zum Verlust der laxierenden Wirkung führen.

Gewöhnungseffekte:
Bei kurzfristigem Gebrauch nicht zu erwarten.

Besondere Warnhinweise zur sicheren Anwendung:
Informieren Sie Ihren Arzt von allen Arzneimitteln, die Sie regelmäßig oder fallweise einnehmen, vom Auftreten von Nebenwirkungen sowie vom Vorliegen einer Schwangerschaft oder wenn Sie stillen. Obwohl eine Gewöhnung an Agaffin und eine daraus resultierende Dosissteigerung bislang nicht beobachtet werden konnte, ist zu berücksichtigen, daß regelmäßiger Gebrauch von Abführmitteln zu einer Herabsetzung der
Empfindlichkeit der Darmschleimhaut und einem Wirkungsverlust führen kann, so daß der gewünschte Erfolg nur über eine Dosissteigerung erreicht werden kann. Eine längere Einnahme von Abführmitteln sollte daher durch geeignete diätetische Maßnahmen, z. B. ballaststoffreiche Kost (Getreideprodukte, Obst, Gemüse) und ausreichende Trinkmengen (2 Liter pro Tag), umgangen werden.

Hinweis für den Arzt:
Überdosierung und Intoxikation:
Symptome einer akuten oralen Abführmittelintoxikation sind vor allem durch massive Diarrhoe mit schwerer Darmreizung und massivem Wasser-Elektrolyt-Verlust gekennzeichnet. Hieraus können Störungen der Herzfunktion, hypokaliämische Muskelschwäche und schmerzhafte muskuläre Krämpfe (Waden!) resultieren.
Stehen initial Koliken und Flatulenz im Vordergrund, wird unter Umständen das Bild eines akuten Bauches vorgetäuscht.
Der chronische Abführmittelabusus ist vor allem durch die Hypokaliämie und oft auch Inanition gekennzeichnet.
Therapie:
Ausgleich des Wasser-Elektrolyt-Haushaltes; Kontrolle der Kaliumkonzentration im Serum und gegebenenfalls Korrektur. Bei Fortbestand der Beschwerden oder wenn der erwartete Erfolg durch die Anwendung nicht eintritt, ist ehestens eine ärztliche Beratung erforderlich.

Verfalldatum beachten. Für  Kinder unerreichbar aufbewahren.

Packungsgrößen: 14 Stück.

Bei UnkIarheiten fachliche Beratung einholen.


Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.