Movicol Pulver
Hersteller:
Norgine
Anwendungsgebiet:
Präparate für den Verdauungstrakt
Zur Anwendung bei chronischer Verstopfung.
Movicol ist auch wirksam bei Kotstau (Koprostase), einer hartnäckigen Verstopfung mit Kotstauung im Darm. Zuvor soll eine ärztliche Untersuchung des Bauches und Enddarmes vorgenommen werden.
Liebe Patientin, lieber Patient!
Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält, was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Gebrauchsinformation
Movicol -Pulver
Z.Nr.: 1-21661
Zusammensetzung
1 Beutel mit 13,81 g Pulver enthält:
Macrogol 3350 13,125 g
Natriumchlorid 0,351 g
Natriumhydrogencarbonat 0,179 g
Kaliumchlorid 0,047 g
Acesulfam-Kalium, Zitronen-/Limonenaroma
Der Inhalt eines Beutels wird in 125 ml Wasser gelöst. Die fertige Trinklösung entspricht:
Natrium 65 mmol / l
Chlorid 53 mmol / l
Hydrogencarbonat 17 mmol / l
Kalium 5,4 mmol / l
Arzneiform: Pulver
Packungsgrößen:
Originalpackungen mit 10, 20, 50 und 100 Folienbeuteln
Pharmazeutische Eigenschaften und Wirkungsweise:
Durch Movicol wird vermehrt Wasser im Darm zurückgehalten. Hiermit wird der abführende Effekt eingeleitet. Die zugeführten Elektrolyte gleichen vorhandene Verluste aus.
Zulassungsinhaber:
Norgine Pharma GmbH
Vivenotgasse 1/1
1120 Wien
Hersteller:
Norgine Ltd.
Hengoed,
Mid Glamorgan
CF82 8SJ, England
Anwendungsgebiete
Zur Anwendung bei chronischer Verstopfung.
Movicol ist auch wirksam bei Kotstau (Koprostase), einer hartnäckigen Verstopfung mit Kotstauung im Darm. Zuvor soll eine ärztliche Untersuchung des Bauches und Enddarmes vorgenommen werden.
Gegenanzeigen
Wann dürfen Sie Movicol nicht anwenden?
Sie dürfen Movicol nicht anwenden, bei
- Darmverengung oder Darmverschluß
- Gefahr eines Darmdurchbruches (Perforation)
- schweren entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, toxisches Megakolon)
- bekannter Überempfindlichkeit gegen Macrogol.
Schwangerschaft und Stillperiode:
Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillperiode beachten?
Es bestehen keine Erfahrungen bezüglich der Anwendung während Schwangerschaft und Stillperiode. Movicol darf nur angewendet werden, wenn es der Arzt für notwendig hält.
Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und besondere Warnhinweise
Was ist bei Kindern und älteren Menschen zu berücksichtigen?
Zur Anwendung bei Kindern liegt keine ausreichende Erfahrung vor. Ältere Menschen sollten die Behandlung bei Verstopfung zunächst mit 1 Beutel (125 ml) pro Tag beginnen.
Für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Bei Fortbestand der Beschwerden, oder wenn der erwartete Erfolg durch die Anwendung nicht eintritt, ist ehestens ärztliche Beratung erforderlich.
Bei Symptomen, die auf eine Verschiebung des Flüssigkeit- und Elektrolythaushaltes hinweisen wie z.B. Ansammlung von Gewebsflüssigkeit (Ödeme), Atemnot, Müdigkeit, Austrocknung (Dehydratation), Herzversagen, soll die Einnahme von Movicol sofort beendet, Elektrolytmessungen durchgeführt und bei Abweichungen entsprechende Gegenmaßnahmen vorgenommen werden.
Wechselwirkungen:
Es liegen keine klinischen Berichte über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln vor.
Macrogol erhöht jedoch die Löslichkeit von Stoffen, die in Alkohol löslich und in Wasser relativ unlöslich sind. Daher besteht die theoretische Möglichkeit, daß die Aufnahme solcher Arzneistoffe vorübergehend verringert werden kann.
Dosierungsanleitung und Art der Anwendung
Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Movicol nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie sich an die Anwendungsvorschriften, da Movicol sonst nicht richtig wirken kann.
Chronische Verstopfung
Erwachsene: 2-3 x täglich 1 Beutel in 125ml Wasser auflösen und trinken.
Ältere Patienten: Zu Beginn der Behandlung wird nur 1 Beutel pro Tag empfohlen.
Koprostase (Kotstau)
Erwachsene und ältere Patienten: Täglich 8 Beutel.
Die Anwendung bei Kindern wird nicht empfohlen. Bei Patienten mit Herz- und Kreislaufschwäche sollte die Dosis bei Kotstau so geteilt werden, daß nicht mehr als 2 Beutel pro Stunde verwendet werden.
Wie sollten Sie Movicol anwenden?
Öffnen Sie den Beutel und geben Sie das Pulver in ein Glas Wasser (125 ml). Rühren Sie die Flüssigkeit solange, bis Sie eine klare Lösung erhalten und trinken Sie diese anschließend.
Bei Kotstau werden 8 Beutel in 1 Liter Wasser gelöst und innerhalb von 6 Stunden getrunken.
Wie lange sollten Sie Movicol anwenden?
Wie bei allen Abführmitteln wird die längerfristige Anwendung von mehr als 2 Wochen nicht empfohlen.
Bei Bedarf kann Movicol jedoch wiederholt eingesetzt werden.
Eine Behandlung mit Movicol bei Kotstau soll normalerweise 3 Tage nicht überschreiten.
Überdosierung und andere Anwendungsfehler
Was ist zu tun, wenn Movicol in zu großen Mengen angewendet wurde?
Bei Uberdosierung ist mit schweren Durchfällen zu rechnen. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt.
Nebenwirkungen
Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Movicol auftreten?
Gelegentlich kann es zu Buchschmerzen, Trommelbauch, Darmkollern und Übelkeit kommen.
Falls diese oder andere Nebenwirkungen auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.
Verfalldatum und Lagerung
Das Verfalldatum dieser Packung ist auf dem Beutel und der Faltschachtel aufgedruckt. Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!
Nicht über 25°C aufbewahren!
Trinklösung: Im Kühlschrank (2-8°C) verschlossen aufbewahren. Restliche Trinklösung beseitigen, wenn sie nicht innerhalb von 6 Stunden verbraucht wurde.
Erstelldatum: Januar 2000
Bei UnkIarheiten sollten Sie fachliche Beratung bei Ihrem Arzt oder Apotheker einholen.
Liebe Patientin, lieber Patient,
mit Movicol haben Sie ein modernes Abführmittel mit einer neuen, besonders zuverlässigen und schonenden Wirkungsweise zur Hand. Hierzu möchten wir Ihnen noch einige weitere wichtige Informationen geben.
Wie funktioniert unsere Verdauung?
Der Mensch nimmt täglich durchschnittlich 2 Liter Flüssigkeit durch Trinken und Essen von Obst, Gemüse und Salat zu sich. Der Speisebrei wird gemeinsam mit körpereigenen Verdauungssäften durchmischt, um die Nährstoffe im Dünndarm aufzunehmen. Der nicht verwertbare Rest wandert weiter in den Dickdarm. Dabei wird ihm immer mehr Wasser entzogen, bis sich ein weicher Stuhl gebildet hat. Die jeweilige Füllung regt die Darmtätigkeit an und sorgt für eine schmerzlose und regelmäßige Stuhlentleerung.
Wie entsteht eine Verstopfung?
Wird dem Stuhl zuviel Wasser entzogen, wird der Darm träge und die Darmentleerung mühsam und manchmal auch schmerzhaft. Verantwortlich für den trockenen, harten Stuhl ist selten eine ernsthafte Erkrankung. Meist sind es unausgewogene Ernährung, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und zu wenig Bewegung. Aber auch Streß und bestimmte Medikamente können eine Verstopfung verursachen. Wenn Sie an chronischer Verstopfung leiden und länger als 5 Tage keine Stuhlentleerung hatten, kann es vorkommen, daß der Stuhl soweit eindickt, daß er hart wird (Kotsteine) und eine spontane Darmentleerung nicht länger möglich ist.
Wie können Sie eine Verstopfung vermeiden?
Zur Vorbeugung gibt es einige einfache Maßnahmen:
· Essen Sie möglichst viel ballaststoffreiche Kost (Obst, Gemüse, Salat)
· Trinken Sie möglichst viel Flüssigkeit, wie Wasser, Tee und Säfte (mindestens 1,5 - 2 Liter täglich).
·
Planen Sie regelmäßige körperliche Bewegung in Ihren Tagesablauf ein. (Spaziergänge, Gymnastik, Sport)
Erst wenn diese Maßnahmen nicht helfen, sollten Sie Ihren Darm mit einem gut wirksamen, schonenden Abführmittel unterstützen.
Wie wirkt Movicol?
Movicol wirkt auf eine neue, physiologische Weise:
Wenn Sie 1 Beutel Movicol in 125 ml (1/8 Liter) Wasser auflösen, hält es genau diese Menge Wasser wie ein unsichtbarer Schwamm fest und transportiert es sicher durch den Magen-Darmtrakt in den Dickdarm, ohne daß dem Körper Flüssigkeit entzogen wird. Der verhärtete Stuhl wird wieder aufgeweicht und ein leichtes Ausscheiden wird wieder möglich.
Movicole sorgt also dafür, daß ein normaler, weicher und leicht entleerbarer Stuhl auf besonders schonende und zuverlässige Weise erreicht wird. Deshalb sollten Sie etwas Geduld haben, falls bei einer besonders hartnäckigen Verstopfung die Wirkung anfangs erst nach 2-3 Tagen eintritt. Meist sind zu Beginn 2 Beutel ausreichend. Nach einigen Tagen kann dann die Tagesdosis häufig auf 1 Beutel herabgesetzt werden. Den Zeitpunkt der Einnahme (morgens, mittags, abends, bzw. vor, zu oder nach den Mahlzeiten) können Sie frei wählen. Eine Gewöhnung oder Wirkungsabschwächung kann bei Movicol nicht auftreten.
Prinzipiell sollen Abführmittel nicht länger als 14 Tage eingenommen werden. Bestimmte Medikamente (z. B. Morphinderivate) oder schwere Erkrankungen (z. B. Morbus Parkinson) bewirken jedoch chronische Verstopfungen, die dann auch langfristig behandelt werden müssen.
Bei Kotstau muß Movicole hochdosiert eingenommen werden, um den extrem verhärteten Stuhl wieder aufzuweichen.
Die sehr gute Verträglichkeit von Movicol hat zwei einfache Gründe:
Sein Wirkstoff Macrogol 3350 wird im Körper nicht abgebaut, sondern wieder vollständig und unverändert ausgeschieden. Deshalb belastet er den Organismus nicht.
Movicol enthält Elektrolyte (Salze) die für einen ausgeglichenen Bestand dieser so lebenswichtigen Stoffe im Körper sorgen.
Wir wünschen Ihnen alles Gute und eine baldige Besserung Ihrer Beschwerden.
Ihre NORGINE PHARMA GmbH
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren
Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
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