Normhydral PulverNormhydral Pulver

Hersteller: Gebro Pharma

Anwendungsgebiet: Präparate für den Verdauungstrakt

Bei akuten Durchfallerkrankungen mit und ohne Erbrechen bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Gebrauchsinformation

Normhydral lösliches Pulver

Bei akuten Durchfallerkrankungen mit und ohne Erbrechen bei Jugendlichen und Erwachsenen.
Gesamtinhalt eines Beutels in 1/2l (ca.4 Teetassen) Wasser oder abgekühltem, ungezuckertem Tee vollständig auflösen.
Pulver nicht unverdünnt einnehmen.
Bei leichteren Durchfällen genügt die Einnahme von 1000 bis 2000 ml (2 bis 4 Beutel) innerhalb von 6 Stunden.
Bei Durchfällen, bei denen Sie schon Körpergewicht verloren haben, ist eine sogenannte Rehydrationsbehandlung durchzuführen (siehe "Wie wenden Sie Normhydral an?").
Bitte lesen sie die nachfolgende Gebrauchsinformation sorgffältig durch.

Z.Nr.: 1-21601

Was ist Normhydral-lösliches Pulver?
Zusammensetzung
1 Beutel zu 13,1 g enthält:
Wasserfreie Glucose 10,00 g
Natriumchlorid 0,875 g
Natriumcitrat 1,475 g
Kaliumchlorid 0,75 g
(Die trinkfertige Lösung enthält:
Glucose 111 mmol/l
Natrium 60 mmol/l
Kalium 20 mmol/l
Citrat 10 mmol/l
Chlorid 50 mmol/l)
Hilfsstoff: Siliciumdioxid

Arzneiform
Pulver zur Herstellung einer Lösung zur Einnahme/Trinklösung

Packungsgrößen
5, 10 Beutel

Zulassungsinhaber und Hersteller
Gebro Pharma GmbH, Fieberbrunn

Wie wirkt Normhydral?
Normhydral ist eine nach internationalen Empfehlungen zusammengesetzte Kombination aus Elektrolyten und Traubenzucker (Glucose) zum Ausgleich der bei Durchfällen und Erbrechen entstandenen Elektrolyt und Flüssigkeitsverluste.
Die fertig bereitete Trinklösung führt dem Organismus die wichtigen Elektrolyte Natrium und Kalium wieder zu. Traubenzucker verbessert die Natriumaufnahme, wodurch auch die notwendige Wasseraufnahme gesteigert wird. Citrat verhindert eine bei Durchfällen mögliche Ansäuerung des Blutes.

Wann wird Normhydral angewendet?
Bei akuten Durchfallerkrankungen mit und ohne Erbrechen bei Jugendlichen und Erwachsenen.

Was müssen Sie vor der Anwendung von Normhydral beachten?
Wann darf Normhydral nicht angewendet werden?
Dieses Arzneimittel dürfen Sie nicht anwenden bei:
- unstillbarem Erbrechen
- schwerer Bewusstseinstrübung
- Schock
- Überschuss basischer Stoffe im Blut
- fehlender Harnausscheidung
- Zuckerverwertungsstörung
- schwerer Nierenfunktionsstörung

Wann darf Normhydral nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden?
Dieses Arzneimittel sollten Sie mit besonderer Vorsicht anwenden bei:
- Herzleistungsschwäche
- stark erhöhtem Blutdruck
In diesen Fällen sollte die Behandlung unter ärztlicher Kontrolle stattfinden.
Normhydral ist wegen des hohen Zuckergehaltes nicht für Diabetiker geeignet. Sollte dennoch eine Anwendung einer Glucose/Elektrolyt-Lösung notwendig sein, darf Normhydral nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung und unter entsprechender Kontrolle erfolgen.
1 Beutel Normhydral-lösliches Pulver entspricht 0,8 BE (Broteinheit).

Schwangerschaft und Stillperiode
Normhydral kann in der Schwangerschaft und Stillperiode angewendet werden.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung
Normhydral darf nicht zuckerhältigen Getränken beigefügt werden, da ansonsten der Durchfall durch eine erhöhte Wasserausscheidung sogar wieder verstärkt werden kann.
Jeder länger andauernde Durchfall kann Zeichen einer schweren Erkrankung sein. Daher suchen Sie bitte bei Fortbestand der Beschwerden oder wenn der erwartete Erfolg durch die Anwendung von Normhydral nicht eintritt, dringend ärztliche Beratung auf.
Bei schweren Erkrankungszuständen mit hohem Fieber und/oder blutigen Durchfällen sollte dringend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Für  Kinder unerreichbar aufbewahren.

Was müssen Sie beachten, wenn Sie außer Normhydral noch andere Medikamente einnehmen?
Bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden kann es zu einer Beeinflussung der Herzfunktion kommen.
Befragen Sie daher vor der Einnahme von Normhydral einen Arzt.

Wie wenden Sie Normhydral an?
Zur Bereitung der Normhydral-Trinklösung halten Sie sich bitte genau an das unten angegebene Mischungsverrhältnis. Der Inhalt eines Beutels wird in 500ml (ca.4 Teetassen) Wasser (falls erforderlich abgekocht) oder abgekühltem, ungezuckertem Tee aufgelöst und getrunken. Das Pulver nicht unverdünnt einnehmen. Die fertig zubereitete Lösung kann bis zu 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahrt werden. Bei Erbrechen wird die kalte Normhydral-Trinklösung in kurzen Abständen löffel- bzw. schluckweise eingenommen.
Bei leichten, kurzfristigen Durchfällen genügt die Einnahme von 1000 bis 2000ml (2 bis 4 Beutel) innerhalb von 6 Stunden.
Wenn jedoch der leichte Durchfall über längere Zeit aufrecht bleibt und mit einem Verlust an Körpergewicht verbunden ist, ist eine sogenannte Rehydrationsbehandlung durchzuführen. Diese gliedert sich in zwei Phasen:

Phase 1 (Rehydrationsphase, Dauer 6 Std.)
Normalisierung des Körpergewichtes durch Flüssigkeits- und Elektrolytersatz mit der bereiteten Trinklösung, keine Nahrungsaufnahme.

Phase 2 (Realimentationsphase)
Aufnahme von gewohnter, altersentsprechender Nahrung und von Trinklösung.

Phase 1
In diesem Zeitraum von 6 Stunden sollte bis zu 50ml Normhydral-Trinklösung pro kg Körpergewicht zugeführt werden.

Das bedeutet folgende Höchstmengen innerhalb von

6 Stunden:

50 kg 5 Btl. in 2500 ml
60 kg 6 Btl. in 3000 ml
70 kg 7 Btl. in 3500 ml
80 kg 8 Btl. in 4000 ml

Hat sich das Körpergewicht und der Allgemeinzustand innerhalb dieser 6 Stunden wieder normalisiert, sollte mit Phase 2 (Nahrungsaufnahme) begonnen werden. Hat sich der körperliche Zustand nach diesen 6 Stunden nicht gebessert oder sogar verschlechtert, sollte dringend ärztlicher Rat eingeholt werden.

Phase 2
In dieser Phase sollte mit der Aufnahme von gewohnter und altersentsprechender Nahrung begonnen werden.
Länger dauernde Teepausen, spezielle Diäten, sowie Heilnahrungen sind hiefür nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht sinnvoll.
Bitte bedenken Sie, dass auch in dieser Phase die Durchfälle und damit auch die Flüssigkeitsverluste noch weiter bestehen können. Diese Flüssigkeitsverluste können weiterhin mit Normhydral-Trinklösung ersetzt werden.
Insgesamt sollte die Dauer der Behandlung mit Normhydral 36 Stunden nicht überschreiten.
Falls Säuglinge und Kinder behandelt werden müssen, wenden Sie sich bitte an einen Arzt, da Durchfallerkrankungen mit und ohne Erbrechen bei Säuglingen und Kleinkindern innerhalb weniger Stunden lebensbedrohliche Zustände hervorrufen können. Hierfür steht dann das rezeptpflichtige Präparat "Normolyt für Kinder-lösliches Pulver" mit gleicher Zusammensetzung (allerdings mit Aromastoffen), aber kleinerem
Beutelinhalt zur Verfügung.
Die Behandlung muss unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Sollte nur "Normhydral" zur Hand sein, werden ebenfalls bis zu 50ml Normhydral-Trinklösung pro kg Körpergewicht verwendet, das bedeutet:

Körpergewicht

maximale Trinkmenge
innerhalb von 6 Stunden

5 kg ½ Btl. in 250 ml
10 kg 1 Btl. in 500 ml
20 kg 2 Btl. in 1000 ml
30 kg 3 Btl. in 1500 ml
40 kg 4 Btl. in 2000 ml

Brustkinder sollen während dieser gesamten Phase zusätzlich nach Bedarf gestillt werden.

Was passiert, wenn Sie zuviel Normhydral anwenden?
Im Allgemeinen werden auch größere Mengen Normhydral gut vertragen. Wird allerdings Normhydral zu lange oder in falscher (zu hoher) Konzentration angewendet - dies passiert, wenn Sie 1 Beutel Normhydral in deutlich weniger als 500ml Flüssigkeit auflösen -, kann es zu Abweichungen der Elektrolytkonzentration im Blut kommen (Anzeichen: Erregbarkeit,Krämpfe).
Rufen Sie bitte Ihren Arzt.

Welche Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Normhydral auftreten?
Nebenwirkungen treten im Allgemeinen bei sachgemäßer Anwendung nicht auf. Falls dennoch Beschwerden auftreten, melden Sie diese Ihrem Arzt oder Apotheker.

Hinweis auf Verfall und Lagerung
Beachten Sie das auf der Verpackung angegebene Verfalldatum. Bei Überschreiten dieses Datums darf dieses Arzneimittel nicht mehr angewendet werden.
Nicht über Raumtemperatur (bis 25°C) lagern.

Stand der Gebrauchsinformation:
08.02.1999

Bei UnkIarheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Apotheker.


Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.