Purgazen Dragees
Hersteller:
Wenig
Anwendungsgebiet:
Präparate für den Verdauungstrakt
- Als Abführmittel für die vorübergehende Behandlung von Stuhlverstopfungen verschiedener Ursache;
- bei Diät- und Milieuveränderungen;
- bei bettlägrigen, besonders älteren Patienten, welche das Stuhlpressen vermeiden müssen;
- bei schmerzhaften Erkrankungen im Afterbereich (Hämorrhoiden, Schrunden am After);
- zur Entleerung des Dickdarms und Beseitigung der Gasblasen vor Magen-Darm- und Nieren-Röntgen sowie vor Untersuchungen von Hohlorgangen.
Gebrauchsinformation
PURGAZEN-Dragees
Z.Nr.: 6768
Zulassungsinhaber und Hersteller: AGEPHA Ges.m.b.H., 1150 Wien
Zusammensetzung: 1 Dragee enthält 5 mg Bisacodyl und 10 mg Dimeticon.
Eigenschaften und Wirksamkeit:
Purgazen Dragees sind ein schonendes und zuverlässig wirkendes Abführmittel zur Behandlung akuter Verstopfungserscheinungen. Gleichzeitig werden bestehende schmerzhafte Blähungen beseitigt. Die mit einem gegen Magensaft widerstandsfähigen Überzug versehenen Dragees lassen die Wirkstoffe Bisacodyl und Dimeticon erst im Darmbereich zur Wirkung kommen.
Im Dünndarm kaum von der Schleimhaut aufgenommen, wirkt Bisacodyl erst im Dickdarm, wo es die Darmperistaltik anregt, und die Entleerung, die nach etwa 6 bis 10 Stunden nach der Einnahme eintritt, beschleunigt. Seine Ausscheidung erfolgt größtenteils mit dem Stuhl.
Dimeticon besitzt entschäumende Eigenschaften, indem es die Oberflächenspannung der im Verdauungstrakt durch Luftschlucken und bakterielle Einwirkung auf die zugeführte Nahrung gebildeten Gasblasen herabsetzt, wodurch die Gase auf natürlichem Wege entweichen können. Infolge seiner extremen Reaktionsträgheit -Dimeticon wird von der Schleimhaut nicht aufgenommen -sind Nebenwirkungen nicht zu erwarten; die Ausscheidung erfolgt ebenfalls mit dem Stuhl.
Anwendungsgebiete:
- Als Abführmittel für die vorübergehende Behandlung von Stuhlverstopfungen verschiedener Ursache;
- bei Diät- und Milieuveränderungen;
- bei bettlägrigen, besonders älteren Patienten, welche das Stuhlpressen vermeiden müssen;
- bei schmerzhaften Erkrankungen im Afterbereich (Hämorrhoiden, Schrunden am After);
- zur Entleerung des Dickdarms und Beseitigung der Gasblasen vor Magen-Darm- und Nieren-Röntgen sowie vor Untersuchungen von Hohlorgangen.
Art der Anwendung und Dosierung:
Dragees unzerkaut, eventuell mit etwas Flüssigkeit -nicht mit Milch - einnehmen. Durch Zerkauen wird der Wirkstoff freigesetzt, dies führt zu Magenreizungen.
Wenn nicht anders verordnet, Dosierung genau einhalten. Abends bzw. etwa 6 bis 10 Stunden vor dem erwünschten Wirkungseintritt 1 bis 3 Dragees einnehmen.
Gegenanzeigen:
- Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates;
- akute entzündliche Erkrankung des Magen -Darmtraktes (Appendizitis, Divertikulitis);
- Darmverschluß, Darmdurchbruch (Perforation)
- Kaliummangel.
Generell ist bei kreislauflabilen Personen an den Wasserverlust und die damit verbundene Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs (Kollaps) zu denken.
Schwangerschaft und Stillperiode: Über die Anwendung entscheidet der Arzt.
Nebenwirkungen:
Einmalig oder kurzfristig nach Vorschrift angewendet, können Purgazen-Dragees Begleiteffekte, wie leichte Bauchkrämpfe, Blähungen mit verstärkter Darmgasbildung und bei hoher Dosierung Durchfall verursachen; diese Nebenerscheinungen sind Ausdruck der Wirkung und treten nur vorübergehend auf. Bei längerdauernder Anwendung hoher Dosen können Purgazen-Dragees zu folgenden Nebenwirkungen führen:
- schwerer Flüssigkeitsverlust mit der Gefahr des Kreislaufzusammenbruchs und von Gerinnselbildung im Blutkreislauf;
- Störungen des Wasser- und Mineralstoffhaushaltes, wie Verminderung von Kalium, Natrium, Kalzium und Magnesium im Blut:
Der Kaliumverlust bewirkt eine Funktionsbeeinträchtigung der glatten Darmmuskulatur und damit eine Verstärkung der Darmträgheit. Schwerer Kaliummangel kann Nierenfunktionsstörungen, Störungen der Herztätigkeit, Muskelschwäche mit Lähmungserscheinungen sowie psychische Veränderungen verursachen. Fortdauernde Natriumverluste werden vom Körper durch vermehrte Natriumzurückhaltung und dadurch bedingten Bluthochdruck (sekundärer Hyperaldosteronismus) ausgeglichen; der Kaliumverlust wird zusätzlich gefördert. Chronischer Gebrauch von Abführmitteln kann auch zu Kaliumverlust bis hin zur Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) sowie zu Magnesiummangel führen.
- Reizzustände im Bereich des Afters, Entzündung des Enddarms (Proktitis);
Langjähriger Abführmittelmißbrauch kann mit Darmwandschädigungen verbunden sein; in extremen Fällen kann die Eiweißkonzentration im Blut erniedrigt sein. Charakteristische, röntgenologisch nachweisbare Darmveränderungen (sog. Abführmittelkolon) mit zum Teil schwer beeinflußbaren Darmlähmungen wurden beschrieben.
Wechselwirkungen:
Bei gleichzeitiger Einnahme von Purgazen-Dragees und
- Herzglykosiden (z.B. Digitalis) kann deren Wirkung infolge Kaliummangel verstärkt werden.
- Medikamenten, die den Kaliumbestand des Körpers vermindern (wie Carbenoxolon, Cortikosteroide und Thiazid-Diuretika) können die Kaliumverluste verstärkt werden.
- Arzneistoffen, welche die Darmentleerung verzögern (wie Opiate, aluminiumhaltige Antazida, Anticholinergika, Psychopharmaka und Cholestyramin) kann die Wirkung von Bisacodyl abgeschwächt werden.
- Mitteln zur Neutralisation der Magensalzsäure (Antazida) sowie Konsum von Milch und Milchprodukten kann die vorzeitige Freisetzung von Bisacodyl im Magen bewirken.
Generell ist zu beachten, daß Abführmittel die Verweildauer und damit die Aufnahme anderer Arzneimittel über den Darm vermindern können. Informieren Sie daher Ihren Arzt über sämtliche Medikamente, die Sie einnehmen.
Gewöhnungseffekte:
Regelmäßiger Gebrauch kann zu einer Herabsetzung der Empfindlichkeit der Darmschleimhaut führen, so daß der gewünschte Erfolg nur über eine Dosissteigerung erreicht werden kann (Gewöhnungserscheinung). Grundsätzlich sollten daher Abführmittel nur über kurze Zeit angewendet werden; im übrigen sollte eine normale Verdauung angestrebt werden.
Besondere Warnhinweise zur sicheren Anwendung:
Bei Patienten mit Verdacht auf Blinddarmentzündung oder Darmverschluß sowie bei Patienten mit ungeklärten Schmerzen im Bauchraum sollte die Anwendung von Purgazen-Dragees vermieden werden. Bei wiederholt mißbräuchlicher Anwendung von Bisacodyl und gleichzeitiger Einnahme von herzwirksamen Medikamenten (Herzglykoside), kann die Erhöhung der Empfindlichkeit des Herzens gegenüber diesen Substanzen eine entsprechende Behandlung erforderlich machen. Purgazen-Dragees können die Verweildauer und damit die Aufnahme anderer Arzneimittel über den Darm vermindern. Bei gleichzeitiger Einnahme von Verhütungsmitteln ('Pille') kann dadurch deren Wirkung in Frage gestellt sein. Wegen der Möglichkeit der Magenschleimhautreizung als Folge der vorzeitigen Freisetzung von Bisacodyl sollte zwischen der Einnahme von Purgazen-Dragees und von Mitteln zur Neutralisation der Magensalzsäure (Antazida) sowie dem Konsum von Milch und Milchprodukten ein möglichst großes Zeitintervall liegen (nüchtern mindestens 2 Stunden, nach Nahrungsaufnahme längerer Zeitabstand). Die Dragees sollen weder zerkaut, noch zerstoßen eingenommen werden.
Informieren Sie daher den behandelnden Arzt über sämtliche Medikamente, die Sie einnehmen.
Während der Anwendung von Purganzen-Dragees sollten insbesondere kreislauflabile Personen ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
In der Schwangerschaft ist vor Anwendung der behandelnde Arzt zu befragen; dieser ist auch beim Auftreten von stärkeren Nebenwirkungen aufzusuchen.
Bei Fortbestand der Beschwerden oder wenn der erwartete Erfolg nicht eintritt, ist ehestens eine ärztliche Beratung erforderlich.
Verfalldatum beachten. Für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Packungsgrößen: 20, 30, 50, 250 und BP 10 x 50 Dragees
Lagerungshinweise: Nicht über 25°C lagern.
Bei UnkIarheiten fachliche Beratung einholen.
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren
Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.
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