Pursennid DrageesPursennid Dragées

Hersteller: Novartis Consum. H.

Anwendungsgebiet: Präparate für den Verdauungstrakt

Zur vorübergehenden (kurzfristigen) Behandlung von Verstopfung, insbesondere bei bettlägerigen oder älteren Patienten, die starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden sollen.

Gebrauchsinformation

Pursennid 12 mg-Dragées

Z.Nr.: 6.989

Was ist in Pursennid 12 mg-Dragées enthalten?
1 Dragee enthält
12 mg Sennoside A+B in Form ihrer Kalziumsalze

Arzneiform:
Dragées zum Einnehmen

In welcher Packungsgröße sind Pursennid 12 mg-Dragées erhältlich?
40, 100 Stück

Was sind Pursennid 12 mg-Dragées und wie wirken sie?
Pursennid ist ein mildes Abführmittel.
Es enthält natürliche Pflanzenstoffe, welche die Tätigkeit des Dickdarms anregen, wobei die Wirkung nach 8-12 Stunden eintritt. Die Verdauung und die Aufnahme der Nahrungsbestandteile in den Körper bleiben unbeeinflusst. Neben der Anregung der Darmtätigkeit führt Pursennid auch zu einer Erhöhung des Wassergehaltes im Darminhalt. Pursennid gewährleistet eine wirksame Behandlung der Darmträgheit (atonische Verstopfung).

Wer erzeugt Pursennid 12 mg-Dragées?
Novartis Pharma AG, Basel, Schweiz

Wer ist für Pursennid 12 mg-Dragées verantwortlich?
Novartis Consumer Health -Gebro GmbH, Fieberbrunn

Bei welchen Erkrankungen werden Pursennid 12 mg-Dragées verwendet?
Zur vorübergehenden (kurzfristigen) Behandlung von Verstopfung, insbesondere bei bettlägerigen oder älteren Patienten, die starkes Pressen beim Stuhlgang vermeiden sollen. Dies kann notwendig sein bei:
Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, nach einem Herzinfarkt oder einer Gehirnblutung bzw. wenn die Gefahr einer Gehirnblutung besteht, nach Bauchoperationen oder bei Bruchleiden.
Zur Behandlung von Verstopfung nach Operationen und Geburten bzw. nach Gabe von stopfenden Substanzen wie Bariumbrei (Röntgenkontrastmittel).
Zur Vorbereitung:
- vor Röntgenaufnahmen im Bauchbereich
- vor Operationen im Darmbereich
- vor Darmuntersuchungen bzw. Endoskopie.

Wann dürfen Sie Pursennid 12 mg-Dragées nicht einnehmen?
Bei Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile.

Wie alle Abführmittel, darf Pursennid nicht eingenommen werden bei:
- kolikartigen Bauchschmerzen (spastische Obstipation; siehe "Besondere Warnhinweise zur sicheren Anwendung"),
- Darmverschluss,
- bei Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, deren Ursache nicht durch eine ärztliche Untersuchung geklärt wurde und die unbekannt sind, etwa bei Verdacht auf Blinddarmentzündung,
- schweren Störungen des Salzhaushaltes (Kaliummangel),
- Colitis ulcerosa (entzündliche Dickdarmerkrankung) mit gleichzeitiger Stuhlverstopfung.
- Kindern unter 12 Jahren

Dürfen Pursennid 12 mg-Dragées während der Schwangerschaft und Stillperiode eingenommen werden?
Darf während Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Was müssen Sie außerdem beachten?
Bitte melden Sie besondere Reaktionen und Nebenwirkungen (siehe "Nebenwirkungen") sowie eine bestehende oder eingetretene Schwangerschaft unverzüglich Ihrem Arzt.
Bei hartnäckiger Verstopfung kann es erforderlich sein, die angegebene Normaldosis bis auf 6 Dragées zu erhöhen. Löst die erhöhte Dosis regelmäßig krampfartige Darmbeschwerden aus, so handelt es sich vermutlich um eine spastische Obstipation (Krampf der Darmmuskulatur). In solchen Fällen ist der Arzt aufzusuchen.
Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr während der Einnahme von Abführmittel ist zu achten.
Ohne ärztliche Anordnung nicht über einen längeren Zeitraum (mehr als 1-2 Wochen) einnehmen.
Folgendes sollten Sie zur Erreichung einer normalen Darmentleerung beachten, wenn Sie unter chronischer Darmträgheit leiden:
Eine faserreiche Ernährung (Vollkorngetreideprodukte, Salat und Gemüse, Obst) ist empfehlenswert. Die Trinkmenge sollte reichlich (etwa 6-12 Gläser Mineralwasser, Fruchtsäfte) sein.
Körperliche Bewegung fördert die Darmtätigkeit. Bei sitzender Lebensweise empfiehlt sich Gymnastik, Gehen zu Fuß, ggf. auf dem Weg zum Arbeitsplatz. Morgens vor dem Aufstehen 3 Minuten Bauchmassage (im großen Bogen um den Nabel im Uhrzeigersinn).
Wenn immer nur irgendwie möglich sollten Sie täglich 5 Minuten nach dem Frühstück (oder, wenn dies nicht möglich ist, nach einer anderen Mahlzeit, die regelmäßig eingenommen wird) Ihrem Darm Gelegenheit geben, sich in Ruhe zu entleeren. Pressen Sie nicht zu stark und wenn Sie nach etwa 5 Minuten keinen Erfolg haben, probieren Sie es wieder am nächsten Tag.
Die tägliche Stuhlentleerung ist nicht Vorbedingung für die Gesundheit. Bei gesunden Menschen ist die Beschwerdefreiheit beim Stuhlgang wichtiger als dessen Häufigkeit. Sie sollten auch bedenken, dass es nach einer gründlichen Darmentleerung mit Hilfe von Pursennid einige Tage dauern kann, bis der Enddarm soweit gefüllt ist, dass der Reflex zur Stuhlentleerung wieder ausgelöst wird.
Gewöhnungseffekte sind bei kurzfristiger Anwendung nicht bekannt - der regelmäßige Gebrauch von Abführmitteln kann dazu führen, dass die Empfindlichkeit der Darmschleimhaut soweit abnimmt, dass der gewünschte Erfolg nur mehr über eine Dosissteigerung erreicht werden kann. Es sollte daher rechtzeitig eine normale Verdauung ohne Abführmittel erreicht werden. Pursennid 12 mg-Dragées sollten außerhalb der Sicht- und Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.

Welche Substanzen können mit Pursennid 12 mg-Dragées Wechselwirkungen verursachen?
Wenn Sie außer Pursennid auch andere Arzneimittel (einschließlich rezeptfreie) verwenden sollten Sie diesen Abschnitt besonders genau lesen.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Herzglykosiden (Mittel zur Stärkung der Herzmuskelkraft) kann die Wirkung dieser Mittel durch Kaliummangel verstärkt werden.
Durch Carbenoxolon (Mittel zur Behandlung von Magengeschwüren), Kortikosteroide (Mittel, die bei Entzündungen angewendet werden) und Thiazid-Diuretika (Entwässerungsmittel) kann die Hypokaliämie-Neigung verstärkt werden.
Teilen Sie daher Ihrem Arzt mit, ob andere Medikamente eingenommen werden.

Wie und wie oft sollen Sie Pursennid 12 mg-Dragées einnehmen?
Pursennid wird normalerweise unzerkaut mit Flüssigkeit nach dem Abendessen eingenommen. Die Wirkung tritt am Morgen ein, ohne dass die Nachtruhe gestört wird.
Abführmittel sollten nicht gewohnheitsmäßig und ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden.
Falls nicht anders verordnet, Dosierung genau einhalten!
Erwachsene: 2-4 Dragées.
Tägliche Höchstdosis: Mehr als 6 Dragées dürfen an einem Tag nicht eingenommen werden.
Kinder ab 12 Lebensjahren: 1-2 Dragées vor dem Schlafengehen.
Tägliche Höchstdosis: Mehr als 3 Dragées dürfen Kinder an einem Tag nicht einnehmen.

Überdosierung
Es sind keine schweren akuten Fälle von Überdosierung mit Pursennid bekannt
Symptome: Reizung des Magendarmtraktes mit Durchfall, Übelkeit, Bauchkrämpfe, starker Wasser und Salzverlust, Kreislaufkollaps.

Maßnahmen bei Überdosierung
Tritt starker Durchfall infolge versehentlicher Überdosierung auf, sollte reichlich Flüssigkeit getrunken werden.
Besonders geeignet sind Fruchtsäfte.
Bei längerdauerndem Durchfall sollte der Arzt befragt werden.

Welche unerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen), die jedoch nicht bei jedem Patienten auftreten müssen, können Pursennid 12 mg-Dragées haben?
In der empfohlenen Dosierung sind unerwünschte Wirkungen sehr selten.
Durch Überdosierung von Abführmitteln können Bauchkrämpfe, Durchfall, Reizung der Darmschleimhaut und Salzverlust verursacht werden.
Bei langfristigem Gebrauch von Abführmitteln können ernste Nebenwirkungen auftreten: Wasser- und Salzverlust des Körpers (Hypokaliämie, seltener Hypokalzämie und Hypomagnesiämie). Kaliummangel kann Müdigkeit, Störung der Muskel- und Nierentätigkeit bewirken und weitere Störungen des Wasser- und Salzhaushaltes (Hyperaldosteronismus) verursachen sowie die Neigung zu Verstopfung weiter verstärken.
Bei langfristigem Missbrauch von Abführmitteln wurden eine Dunkelverfärbung der Dickdarmschleimhaut sowie Funktionsstörungen des Dickdarms, verursacht durch eine Schädigung des Nervensystems der Darmwand, beobachtet.
Eine schwache Rotfärbung des Harns, die bei alkalischer (säurearmer) Reaktion auftritt, ist harmlos.

Unter welchen Bedingungen sollten Sie Pursennid 12 mg-Dragées aufbewahren?
Lichtschutz erforderlich, Arzneimittel daher in der Außenverpackung aufbewahren.
Verwenden Sie das Produkt nur bis zum vorgesehenen Ablaufdatum, das Sie auf dem Überkarton finden.
Restmengen können Sie zur fachgerechten Entsorgung in die Apotheke bringen.

Dieses Medikament ist ausschließlich für Sie bestimmt.
Geben Sie es keinen anderen Personen; es könnte ihnen schaden, auch wenn das Krankheitsbild dem Ihren ähnelt.

Bei UnkIarheiten fachliche Beratung einholen.

Stand der Gebrauchsinformation: 7/99


Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.